Ursachen des Flüchtlingsstroms nach Europa

Ursachen des Flüchtlingsstroms nach Europa

Unter dem Titel „Jetzt reicht es mir, Schluss mit dem Gezeter“ habe ich meine Eindrücke zur aktuellen Flüchtlingssituation dargelegt.

Es geht mir um den derzeit erlebbaren Wettstreit von Damen und Herren in der Politik, die glauben durch rigorose Beiträge zum Abschrecken von Flüchtlingen, Boden gut zu machen. Wir stehen vor einigen Landtagswahlen. Je weiter sich die Vertreter der sogenannten etablierten Parteien aus dem Fenster lehnen, desto mehr wagen sich die Rattenfänger am dumpfen rechten Rand mit ihren abstrusen Meinungen aus ihren Löchern.

Es gibt immer einen gewissen Anteil der Bevölkerung, der auf simple Parolen zur Lösung komplexer Situationen abfährt.

In diesem Beitrag will ich einige der wirklichen Ursachen der Flüchtlingsbewegung benennen. 60 Millionen Menschen sind derzeit auf der Flucht. Davon werden in Europa noch mehr anklopfen.

Urban Priol

Die eigentlichen Ursachen für den Flüchtlingsstrom werden bisher kaum beachtet. Urban Priol hat sie in seiner TV-Sendung vom 30.12.15 sehr präzise zusammengefasst.

Ursachen der Flüchtlingsbewegung

  1. Die Europäische Wirtschafts- und Agrarpolitik. Wir liefern subventionierte Agrarprodukte nach Afrika – manchmal unter dem Mäntelchen „Entwicklungshilfe“. Bei diesen Preisen können die einheimischen Kleinbauern nicht mithalten. Sie verlieren ihre Existenz.

    Ursachen von Flüchtlingsströmen
    Ursachen von Flüchtlingsströmen
  2. Fischfangflotten fangen die Meere leer und damit die Masse der Fische außerhalb der Hoheitsgebiete. Die an den Küsten angesiedelten Fischer fangen nur noch sehr wenig und müssen irgendwann ihre Arbeit aufgeben. Da es keine andere Arbeit gibt, stehen sie ohne Einkommen da.
  3. Großbanken handeln immer noch mit Papieren (Wetten) auf fallende Lebensmittelpreise und machen damit Profit. Bei gefallenen Weltmarktpreisen aber können viele Erzeuger für z.B. Kaffee, Erdnüsse, Getreide nicht mehr existieren.
  4. Lebensmittel als Zusatz für den Kraftstoff – dafür hat sich eine Partei, die gerade das hätte verhindern müssen, einmal heftig eingesetzt. Gerade bei wachsender Weltbevölkerung sollte das ein Tabu sein. Für die Produktion von Palmfett z.B. werden in Indonesien und anderswo Regenwälder abgeholzt, um Palmen für Palmfett als Monokulturen anzupflanzen.
  5. Dieses Palmfett wird dann um den halben Globus transportiert ,um unserem Kraftstoff zugesetzt zu werden. Das auch noch angeblich der Umwelt zuliebe. Doch Indonesien ist weit. In Europa – vor allem in Osteuropa – werden immer größere landwirtschaftliche Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln verwendet, die dann umgehend in Kraftstoff oder Biogasanlagen wandern.
  6. Landwirtschaftliche Flächen in Afrika werden inzwischen für den Anbau von Futtermitteln für europäische Rinder genutzt. Diese Ländereien gehen den Menschen vor Ort für die eigene Ernährung verloren. Doch in wessen Händen befinden sich diese Flächen?
  7. Blumen aus Afrikanischen Ländern belegen wichtige Anbauflächen, auf denen Lebensmittel für den Eigenbedarf produziert werden könnten. Ich habe Eigentümer solcher Blumenflächen persönlich kennen gelernt. Es waren Europäer. Wir aber können hier billige Blumen kaufen. Sicher sind daran nicht nur wir Europäer schuld sondern auch korrupte Regionalpolitiker, die diese Flächen verkaufen.
  8. Die Europäische Rüstungsindustrie – Deutschland belegt jetzt nur noch Platz vier, trotz einer Verdoppelung seiner Rüstungsexporte. Wir liefern u.a. an Staaten wie Saudi Arabien oder Katar. Beides Staaten, die den IS finanziell und auch militärisch unterstützen. Deutsche Waffen sind daran beteiligt, die Menschen z.B. aus Syrien zu vertreiben.
  9. Die USA spielt gerne die Weltpolizei. Leider wird meist verbrannte Erde und Chaos hinterlassen. Schaut man nach Afghanistan, Irak, oder Lybien (da haben auch andere mitgemacht) lassen sich die Folgen leicht erkennen. In diesen Ländern wurden durch die Folgen dieser Einsätze Menschen in die Flucht getrieben. (dieser Komplex ist so vielschichtig, dass er mal gesondert von mir betrachtet wird.)
  10. Machtinteressen von Staatoberhäuptern afrikanischer Staaten, die lange Zeit mit Geldern aus Europa „ruhig“ gehalten wurden, weil sie vermeintlich westliche Interessen vertreten haben. Viele haben ihr Volk unterdrückt und ausgebeutet, bis den Menschen nichts anderes mehr übrig blieb als zu fliehen.
  11. Klimaveränderungen, die sich in Nordafrika verheerend auswirken und dafür sorgen, dass sich die Wüsten weiter ausdehnen. Es ist bekannt, dass die Menschen, die die Folgen dieser Klimaveränderung tragen, nicht die Verursacher sind.

Lest dazu auch: Schluss mit dem Gezeter

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